Archive for März 2010

Gesetz stoppt Demenz-WG

31. März 2010

Bayerisches Pflege- und Wohnqualitätsgesetz:
Wie schlechte Vorschriften eine gute Idee behindern

Ehe das betroffene Haus in Obersteinbach in der Nähe von Neustadt/Aisch eröffnet wurde, hatte das bayerische Sozialministerium das Konzept abgesegnet; die Heimaufsicht des Landkreises war eingeschaltet. Denn es war für Bayern eine ziemliche neue Idee: Menschen mit Demenz sollten weiter selbstständig leben können und werden dabei von ambulanten Pflegekräften unterstützt. Und so finanzierte das Ministerium sogar eine wissenschaftliche Begleichung. Das Gutachten konstatiert »erfolgreiche Arbeit», stellt eine »hohe Zufriedenheit der Angehörigen mit der Pflegequalität» fest und fasst zusammen: »Die Umsetzung des Konzeptgedankens in Obersteinbach kann als gelungen bezeichnet werden.» Günther Lortz von der Heimaufsicht sagt: »Dort gibt es eine optimale Betreuung für Demenzkranke.» Alles könnte gut sein. Aber seit August 2008 verbietet das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz in Bayern, dass ein Pflegedienst seine Büroräume in einem Gebäude haben darf, in der eine Demenz-WG lebt.

Der vollständige Artikel über die alltagstaugliche und nutzerfreundliche Gesetzgebung des Freistaates Bayern bei http://www.nn-online.de

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Markt Taschendorf: Demenz-Wohngemeinschaft vor dem Aus

Einem WG-Projekt für demente Menschen droht das Aus. Die WG gilt nach dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz als stationäre Einrichtung, weil das Büro des Vereins für ambulante Sozialdienste im selben Gebäude untergebracht ist. Damit ist sie nicht mehr förderungswürdig.

Audiobeitrag auf Bayern1 (www.br-online.de)

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Affären: Operation Hippokrates

23. März 2010

Wie ernst ist es dem Gesundheitsminister mit seiner jüngsten Attacke auf die Industrie? Seine FDP hat gerade den mächtigsten Pharmakritiker des Landes entsorgt. Erst wurde die Ablösung beschlossen – dann nach Gründen gesucht. Die Chronologie einer Intrige. […] Es gibt kaum einen Menschen (Anm.: Peter Sawicki), den die Pharmaindustrie mehr hasst – aber auch keinen, den sie mehr fürchtet. Denn so smart der 53-Jährige auf manche wirkt, so kompromisslos ist er in seinen Urteilen. Ein Gutachten von ihm gegen ein Blockbuster-Medikament – und schon muss die Industrie um einen Milliardenumsatz bangen. […] die neue Bundesregierung brauchte keine vier Monate, um ihn zur Strecke zu bringen.

Am Ende ging es um ein paar Spesenquittungen und dumme, aber strittige Fehler. In Wahrheit ging es um Macht, wissenschaftliche Unabhängigkeit und Parteipolitik oder, wie der Bremer Gesundheitsökonom Gerd Gläske sagt, „um einen Kotau vor den Interessen der Industrie“.

Der ganze Artikel von Markus Grill auf http://www.spiegel.de

Gesundheitsministerium wollte IQWiG-Chef früher loswerden als bisher bekannt

21. März 2010

Die Entmachtung des Leiters des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki, war offenbar früher geplant als bisher bekannt. […] Demnach erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum (FDP), bereits am 29. Oktober 2009 auf einer Vorstandssitzung der IQWiG-Stiftung, dass er wisse, dass das Ministerium Sawicki nicht mehr wolle. Erst einen Tag zuvor wurde Philipp Rösler (FDP) zum Gesundheitsminister ernannt. Vom „Spiegel“ konfrontiert, lehnten Minister Rösler und Baum jede Stellungnahme ab. Erst zwei Wochen nach dieser Vorstandssitzung wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO beauftragt, mit mehreren Prüfern die Spesenquittungen und den Dienstwagen des IQWiG-Chefs „vollumfänglich“ zu durchleuchten. Der Auftrag an die BDO kostete mehr als 20.000 Euro. Er wurde nicht öffentlich ausgeschrieben, obwohl die beim IQWiG gültige Verfahrensordnung vorsieht, dass alle Aufträge ab einem Nettowert von 12.500 Euro ausgeschrieben werden müssen. Der Sprecher des IQWiG-Vorstands, Johann-Magnus Freiherr zu Stackelberg, lehnte es ab, die Frage zu beantworten, weshalb der Auftrag nicht ausgeschrieben wurde.

Quelle: http://www.elo-forum.net

Peter Sawicki kritisiert Macht der Arzneimittel-Konzerne

21. März 2010

Der Pharmakontrolleur Peter Sawicki hat die Macht der Arzneimittel-Konzerne kritisiert. “Die Macht der Pharmalobby ist riesig. Die Pharmaindustrie beeinflusst alles: vom Politiker, über Gremien, über Zulassungsbehörden, über Ärzteorganisationen, Ärzte, bis hin zu Selbsthilfegruppen“, […]

Sawicki ist Leiter des Kölner Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das den medizinischen Nutzen von neu entwickelten Medikamenten untersucht. Vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass sein Ende August auslaufender Vertrag als Institutsleiter nicht verlängert wird. […]

Quelle: http://www.blogspan.net

Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. an die Katholiken in Irland

21. März 2010

Hier ist eine deutsche Übersetzung des Hirtenbriefes von Papst Benedikt XVI. an die Katholiken in Irland zu finden:

http://www.zenit.org

Irische Missbrauchsopfer enttäuscht von Papst-Hirtenbrief

21. März 2010

[…] Der Papst habe eine „hervorragende Gelegenheit“ verpasst, die „vorsätzliche Politik“ anzusprechen, mit der „die Katholische Kirche auf den höchsten Ebenen Sexualstraftäter geschützt und dadurch Kinder gefährdet“ habe, sagte die Geschäftsführerin des führenden Opferverbandes One in Four, Maeve Lewis. Zugleich habe eine Entschuldigung für die „niederträchtige“ Art und Weise gefehlt, mit der Missbrauchsopfer zurückgewiesen oder zum Schweigen gebracht worden seien, wenn sie ihre Behandlung durch Kirchenverantwortliche zur Sprache bringen wollten, kritisierte Lewis. John Kelly vom Opferverband SOCA sagte, dem päpstlichen Hirtenbrief fehle es an „Substanz“. […]

Quelle:  www.freiepresse.de

Auf Wiedersehen Herr Westerwelle

21. März 2010

Christian Springer alias Fonsi

Nichtraucherschutz – Qualmender Flickenteppich

21. März 2010

Beim Nichtraucherschutz weiß niemand mehr so genau, was eigentlich Sache ist. Zwischen Ostsee und Alpenvorland gibt es ein Sammelsurium an Verboten und Ausnahmen. In manchen Bars darf gequalmt werden, in anderen sind bis zu 5000 Euro Strafe fällig.

Die Debatte um einen gesetzlich verankerten Nichtraucherschutz in deutschen Landen erinnert an das leidige Thema Rechtschreibreform: Mutige Schritte nach vorn – ängstliches Zurückweichen – neuerliche Vorstöße in einzelnen Bereichen – und zum Schluss weiß keiner mehr genau, was Sache ist. […]

http://www.netdoktor.de

Gefahr im Buero – Drucker machen krank

21. März 2010

Toner aus Laserdruckern und Kopierern stehen seit langem im Verdacht, Ursache für Erkrankungen zu sein. Jetzt haben Forscher im Laborversuch gentoxische Wirkungen an menschlichen Zellen nachgewiesen.

Zum Video-Beitrag des ZDF

foodwatch – die essensretter

21. März 2010

foodwatch entlarvt die verbraucherfeindlichen Praktiken der Lebensmittelindustrie und kämpft für das Recht der Verbraucher auf qualitativ gute, gesundheitlich unbedenkliche und ehrliche Lebensmittel. foodwatch ist unabhängig von Staat und Lebensmittelwirtschaft und finanziert sich aus Förderbeiträgen und Spenden. foodwatch ist ein gemeinnütziger Verein, dem jeder beitreten kann.

Was wir essen, entscheiden nicht wir selbst. Der einzelne Verbraucher muss machtlos zuschauen, wie die Nahrungsmittelindustrie der Politik die Spielregeln diktiert. Lobbyisten bestimmen, was auf unsere Teller kommt. Und was wir über unser Essen wissen dürfen. Damit wird erst Schluss sein, wenn wir Verbraucher uns zusammenschließen und für unsere Rechte kämpfen.

http://foodwatch.de