Posts Tagged ‘Tiefseebohrung’

Erpresst BP die US-Regierung?

3. September 2010

BP muckt auf: Sollte ihnen per Gesetz neue Tiefseebohrungen verboten werden, bezahlen sie einfach die Folgeschäden aus der Ölpest im Golf nicht.

Eine Runde Mitleid für BP! Der katastrophengebeutelte Konzern meldet, die Havarie der Deepwater Horizon habe ihn bis heute 8 Milliarden Dollar gekostet – Reinigung, Bohrlochschließung und Strafzahlungen inklusive. 20 Milliarden für einen unabhängig verwalteten Entschädigungsfonds stehen noch an. Jetzt kommt es noch dicker: Eine neue Regelung gefährdet die Tiefseepläne des Ölmultis. Der Gesetzentwurf des amerikanischen Repräsentatenhauses sieht härtere Auflagen für die Erschließung neuer Ölquellen vor.

Dass BP trotz personalstarker Krisenkommunikation schon so manches Mal verbal ins Klo gegriffen hat, kennt man bereits. David Nagle, Vizepräsident von BP America, setzt noch einen drauf:
„Falls wir die Ölfelder nicht weiter betreiben können, wird das einen grundlegenden Einfluss auf unsere Einnahmen haben. Das macht es schwieriger für uns, Dinge wie diese (Hilfs-)Programme zu finanzieren.“

Hilfsprogramme? Ob man dabei leicht verdrängt, dass BP durch die eigenen massive Sicherheitsmängel, unter anderem 390 Wartungsmängel, die Katastrophe im Golf selbst ausgelöst hat? Richtig, war ja noch etwas: 11 tote Bohrarbeiter, zahlreiche tote Tiere und Pflanzen, 780 Millionen Liter Öl im Meer,  6,8 Millionen Liter giftiges Lösungsmittel, …

Christoph von Lieven, dem Öl- und Energie-Experten bei Greenpeace, bleibt ob dieser Dreistigkeit fast die Spucke weg. Er sagt dazu:
„BP erpresst jetzt die US-Regierung, statt für den von ihnen verursachten Schaden geradezustehen. Diese Dreistigkeit zeigt, dass die Konzerne zu mächtig sind! Im Interesse der Menschen und der Natur muss dieser Arroganz endlich Grenzen gesetzt werden!“

Quelle: greenpeace.de

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BP-Ölbohrung im Mittelmeer stoppen

6. August 2010

Statt Konsequenzen aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zu ziehen, will BP im Mittelmeer die nächste Tiefseebohrung starten. Jetzt müssen wir die dreisten Pläne stoppen!

Seit Monaten hält die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die gesamte Welt in Atem. Der BP-Konzern gelobte, grundlegende Konsequenzen aus dem Desaster zu ziehen, doch damit scheint es nicht weit her zu sein: In wenigen Wochen will BP die nächste Bohrung starten – diesmal im Mittelmeer. Vor der Küste Libyens will der Öl-Multi in noch größerer Tiefe als im Falle der verunglückten „Deepwater Horizon“ eine Ölquelle erschließen.

Kampagne: Keine Tiefseebohrungen im Mittelmeer!

Die über Monate erfolglosen Versuche von BP, das Bohrloch im Golf von Mexiko mit Hilfe ferngesteuerter Roboter zu verschließen, haben gezeigt, dass keine zuverlässige Technik zur Behebung von Problemen existiert. Ab einer Tiefe von mehr als 200 Metern können wegen des extrem hohen Drucks und der völligen Dunkelheit keine Taucher mehr zum Einsatz kommen, weshalb auf Roboter zurückgegriffen werden muss.

Unterzeichnen Sie den Appell an BP!